Zuerst einmal: Hallensand und Staub aus der Sattelkammer lassen sich am besten regelmäßig mit einer ganz weichen Bürste (für die Punzierung) und einem Staubtuch entfernen. Wildlederteile des Sattels werden kräftig gebürstet. Diese Verschmutzungen bedürfen keiner Grundreinigung, wenn man sie halbwegs regelmäßig beseitigt. Erst im Laufe der Zeit hinterlassen Schweiß, Staubreste, Regen, Farbpigmente und Waschmittelsrückstände aus Textilien, dazu Spuren von Schweif- und Insektenspray eine Mischung, die es zu beseitigen gilt. Es gibt kein Geheimrezept, nur eine Menge guter Empfehlungen.

Wasser statt Öl - viel Spaß beim Sattelputz!

Allzu häufig spuken in den Köpfen der Reiter immer noch die guten alten Sattelpflegetricks herum. Einer von denen ist das häufige Ölen des Sattels, um seinen Wert zu erhalten. Leider ist heute damit mehr Schlechtes als Gutes getan. Immer  noch begegnen einem die „Totgeölten“: Sättel, bei denen die Skirts weich und flapsig sind und die Nähte aufgegangen. Zuviel Öl! Die Ledergerbung hat sich weiterentwickelt. Ein Sattel ab mittlerer Preislage mit gutem Leder braucht heute nach seinem „Finish“ gar nicht so viel Pflege, wie oft gedacht. Und bei schlechtem Leder hilft auch die beste Pflege nichts.

Westernsattel Detail

In den USA benutzen einige Sattelbauer auch erfolgreich warmes Olivenöl. Man sagt, dass das pflanzliche Öl eher Schimmel provoziert oder Schädlinge anlockt. Aber Schimmelbildung bedeutet oft einfach, dass zuviel Öl benutzt wurde oder der Sattel vor dem Ölen nicht durchgetrocknet war. Das warm gemachte Olivenöl lässt sich toll in das Leder einarbeiten. Man benutzt dazu ein dünnes Tuch, das man mit wenig Öl benetzt und streicht damit möglichst gleichmäßig über das Leder. Es gilt: weniger ist mehr!! Dabei entstehende Flecken durch ungleichmäßigen Druck beim Auftragen werden vom Leder meist in wenigen Tagen „weggearbeitet“. Auch bei diesem Pflegevorgang muss man darauf achten, dass im Tooling kein Öl stehen bleibt. Es zieht den Dreck dann schneller wieder an als man putzen kann. Hier ist geduldige Feinarbeit gefragt, wieder mit einen feinen Schwamm oder einer weichen Bürste. Eine „Leichtversion“ der Pflege ist ein Lederwachs. Es lässt sich leicht verarbeiten, einfacher gleichmäßig auftragen. Es wird  von den Sattlereien oft als Finish benutzt. Es versiegelt das Leder  gut vor Wasser. Wichtig für alle, die viel draußen sind und bei denen der Sattel auch schon mal richtig Regen abbekommt. Achtung: mit dem Pflegeprodukt werden ausschließlich die glatten Flächen des Sattels gepflegt, weder die rauen Innenseiten noch die „rough out“ Teile des Sattels, wozu fast immer die Sitzfläche zählt. Auch die Rohhautteile bleiben ohne Öl oder Conditioner.
3.
Nach ein, zwei Stunden nimmt man das nicht eingezogene Pflegemittel mit einem saugfähigen Tuch ab und poliert den Sattel über. Absolute Fanatiker nutzen nach dem Einölen zum Schluss noch ein Lederwachs für die Politur.
Wer einmal seinen Sattel samt Punzierung so durchgereinigt und gepflegt hat, wird nicht das Bedürfnis verspüren, diese Prozedur öfter als nötig zu wiederholen und sich gerne daran erinnern, den Sattel zwischendurch einmal öfter abzustauben und zu bürsten.
 

1.
Erst einmal muss der Dreck runter. Dazu braucht man Sattelseife und Wasser. Der ganze Sattel, Ober und Unterseite -  vor allem dort, wo das Leder in Kontakt mit dem Pferdekörper kommt, z.B. die Rückseite der Fender – wird mit Sattelseife und wenig Wasser sorgfältig bearbeitet. Das Tooling mit einer weichen Zahnbürste. Hier braucht es vor allem Zeit und Geduld. Und dann das, was Überwindung kostet: die Seife und der aufgeschäumte Dreck müssen wieder runter – mit Wasser. Man muss ausreichend, aber nicht zu viel Wasser verwenden. Alle Rückstände müssen runter, aus dem Tooling wieder mit Hilfe einer weichen Zahnbürste. Danach muss der Sattel langsam trocknen. Dazu darf er nicht in der Sonne oder in der Nähe der Heizung stehen.
2.
Der trockene Sattel muss jetzt nachgepflegt werden. Dazu kann man einen Leder Conditioner verwenden oder Öl oder ein Lederwachs. Öl sollte man nicht mehr als einmal im Jahr benutzen. An der Ölsorte scheiden sich die Geister. Auf keinen Fall darf es ein synthetisches Öl sein. Die Favoriten sind Neatsfood-Öl oder Olivenöl, das erste ein tierisches Produkt wie das Leder selbst. Hier in Deutschland bekommt es wohl die meisten Stimmen.