Westernsattel anpassen

Passt mein Sattel meinem Pferd?

Bei einem nicht ganz durchgeschwitztem Pferd zeigen sich allerdings bei den meisten Sätteln allerdings oft größere Flecken im Schulterbereich. Die sollten möglichst großflächig sein, unregelmäßig und jedes Mal ein wenig anders aussehen. Das ist dann noch kein Grund zur Beunruhigung.  Fast 90 % aller Sättel erzeugen diese großflächigen Auflagestellen bei einem nur mäßig nassen Pferd, denn das Schulterblatt bildet die den Sattel führende Lagerung. Zudem ist der Sattel dort durch die Gurtung im Verhältnis zur Bewegung des Pferdes am ruhigsten gestellt.
Hat ein Pferd einmal mit Satteldruck zu tun gehabt, so ist es möglich, das die normale Funktion der Schweissdrüsen dauerhaft geschädigt wurde. Selbst bei passendem Sattel wird das Pferd an diesen Stellen nicht mehr durchschwitzen.-
 6.
Zum Schluss - etwas Eigenbeobachtung
Auch beim passendem Sattel kann einem Pferd dann immer noch der Reiter zu schaffen machen. Hat der Sattel ausreichend Auflagefläche im Verhältnis zu meinem Gewicht? Tendiere ich dazu beim Reiten nach vorne zu fallen oder habe ich zu kurze/zu lange Bügel? Hat mein Pferd vielleicht nicht ganz so bequeme Gänge und “plumpse” ich ihm beim Reiten in den Rücken? Überfordere ich vielleicht im Moment ein noch nicht ausreichend trainiertes und gymnastiziertes Pferd, das den Rücken noch nicht genügend aufwölbt, um das Reitergewicht auf Dauer gesund zu tragen?
7.
Wie liegt der Sattel?
Auch der Laie kann an einigen Dingen erkennen, dass der Sattel nicht mehr perfekt sitzt.
a.  Der Sattel steht nach dem Gurten hinten extrem hoch.
b..  Auf den nackten Pferderücken gelegt „kibbelt“ der Sattel entweder von vorne nach hinten oder von rechts nach links extrem. Oder beides: er „schwimmt“ auf dem Pferderücken.
c.  Der Sattel fällt im Schulterbereich so weit herunter, dass er fast auf dem Widerrist aufliegt.
d.- Der Sattel liegt auf dem nackten Pferderücken bei richtiger Positionierung hinten  fest auf der Wirbelsäule auf. 


Dies sind Zeichen dafür, dass der Sattel durch einen Profi auf seine Passform für das Pferd überprüft werden sollte. Leider ist die Sattelanpassung keine exakte Wissenschaft. Mit welcher Messmethode auch immer. Und wie gesagt: Pferde reagieren extrem unterschiedlich. Dazu gibt es Sättel, die Veränderungen besser mitmachen als andere. Immer wieder wird man Trainer von ihrem Sattel schwärmen hören, der auf so viele unterschiedliche Pferde passt. Und der Cowboy auf der Ranch, der während des Viehtriebs zweimal am Tag sein Pferd wechselt, hat noch nie für jedes Pferd seinen eigenen Sattel gehabt. Und diese Pferde mussten weit mehr leisten als die meisten von unseren heute.

Aber ehe ein Problem chronisch wird mit lang anhaltenden Folgen - Schmerzverspannungen führen zu Fehlhaltungen, die führen wiederum zu übermäßigen Gelenkbelastungen und ggf. zu Gelenkschädigungen - der Kreislauf ist bekannt, - lieber bei Verdacht einen Profi nachschauen lassen

 

Pferde verändern sich. Durch ihr Alter, durch Haltung, durch Training, die Weide, die Turniersaison… Und manchmal macht der noch vor einer Weile perfekt passende Sattel das einfach nicht mehr mit.  Er drückt, klemmt und kneift.

Wie erkenne ich bei meinem Pferd, dass der Sattel ihm Unbehagen bereitet oder es sehr bald tun wird
?

Westernsattel Passform

?

1.
Verhalten  beim Satteln und Aufsteigen
Zeigt das Pferd plötzlich Verhaltensweisen, die es früher nicht gezeigt hat? Oft werden durch körperliches Unbehagen verursachte Verhaltensstörungen als schlechtes Benehmen missdeutet. Steht das Pferd beim Satteln nicht mehr still? Oder beim Aufsteigen? Legt es die Ohren an, wenn man nur mit dem Pad vorbei kommt? Beißt es plötzlich beim Satteln in die Anbindestange oder koppt sogar? Drückt es den Rücken weg beim Putzen?
2.
Verhalten  beim Reiten

Hier braucht es schon einen erfahrenen Reiter, um festzustellen, ob der Sattel das Pferd in der Bewegung behindert. Einige Anzeichen können sein: kürzere Tritte, Schwierigkeiten beim Verstärken der Gangart, wenn Raumgriff gefragt ist. Augenfällig vermehrtes Schweifschlagen, Kopfschütteln oder Ohrenanlegen. Eine Tendenz zum leichten Bocken, vor allem beim „Kaltstart“. Schwierigkeiten beim Biegen.
3.
Sichtbare Symptome
Ein Sattel, der das Gewicht nicht perfekt verteilt, sondern an einigen Stellen permanent mehr Druck auf den Pferderücken bringt als an anderen, erzeugt auf Dauer Druckstellen, auf die die Haut des Pferdes mit punktuellen Schwellungen, Verhärtungen und/oder mit weißen Stichelhaaren reagiert. Nun gibt es Pferde, die blitzschnell damit aufwarten, andere zeigen diese Hautreaktion nie. In der Sattellage sind solche Stellen vermehrter Stichelhaare auf jeden Fall ein zu überprüfendes Warnzeichen. Punktuelle Druckstellen können auch verursacht sein durch: Entzündete Talgdrüsen, Stiche oder Parasiten.
4.
Sattel- und Gurtlage sollten regelmäßig auf Verhärtungen, Narben, Schwellungen oder wunde Stellen hin überprüft werden. Ebenso wie die Sattelinnenseite, Pad und  Gurt auf Unebenheiten und Fremdgegenstände abgetastet werden sollten. Hier hat ein Problem oft nichts mit der Passform zu tun, sondern nur mit einem verirrten Korn am falschen Platz oder einem zu stark „zerknüllten“ oder zu abgenutztem Gurt oder Pad
.

5.
Trockene Stellen unterm Sattel bei durchgeschwitzem Pferd
Das sogenannte „Schwitzmuster“ ist ein guter Indikator für die Passform eines Sattels. Das gilt allerdings nur beim Sommerfell und wenn das Pferd wirklich gut und komplett durchgeschwitzt ist. Trockene Stellen unter dem Sattel zeigen sich dann auf der Wirbelsäule – hier darf der Sattel ja nicht aufliegen, also schwitzt das Pferd hier nicht so – oder aber da, wo der Sattel so viel Druck erzeugt, dass die natürliche Schweissproduktion der Haut unterdrückt wird. Zeigen sich  mehrmals hintereinander nach dem Reiten kleine, hart abgegrenzte trockene Stellen an immer demselben Platz unter dem Sattel – meist in der Schultergegend - und zeigen sich dort sogar schon weiße Stichelhaare, wird es höchste Zeit, den alten Sattel überprüfen zu lassen.